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Harnblasenkarzinom

Die Prognose variiert stark nach dem Grad der Ausbreitung der Erkrankung zum Zeitpunkt der Diagnosestellung. Nicht invasive, oberflächliche Tumoren haben generell eine gute Prognose.  Das Carcinoma in situ ist eine präinvasive, jedoch rasch proliferierende Frühform des Blasenkarzinoms. Bei 15%-30% tritt ein progredientes Wachstum mit ungünstigem Verlauf auf. Die Prognose infiltrierender Harnblasenkarzinome (Stadium T2-T4) ist u.a. abhängig vom Vorliegen einer Fernmetastasierung. Nach RO Resektion besteht keine Indikation zu einer Strahlentherapie. Bei Lymphknotenmetastasen oder Rezidiven ist bei inkurabler oder metastasierter Erkrankung eine lokale Bestrahlung sinnvoll um tumorbedingte Symptome zu lindern. Harnblasenkarzinome sind mäßig chemosensible Tumoren. Cisplatin und Methotrexat erreichen als wirksamste Einzelsubstanzen Gesamtremissionsraten von ca. 30% und medianen Remissionsintervallen von lediglich 3-6 Monaten. Die intravesikale Immuntherapie mit BCG führt zur Verlängerung des krankheitsfreien Intervalls bei oberflächlichen Tumoren, jedoch nicht zur Verlängerung der Gesamtüberlebens. Die präoperative Chemotherapie wurde in einer Reihe nicht-randomisierter Studien analysiert, meist in den operablen Stadien T2-T3. Unklar ist, ob dieser Therapieansatz prognoserelevant ist. Eine sichere Indikation besteht außerhalb von klinischen Studien nicht (nur 7 randomisierte Studien; nur eine zeigte Vorteil bei methodischen Unsicherheiten). Ein möglicher Vorteil durch eine adjuvante Chemotherapie wird lediglich für T3b, T4 und N+ Tumoren diskutiert. Weiterhin liegen keine verlässlichen Daten für eine Chemotherapie nach inkompletter Resektion durch Zystektomie vor. Auch für Tyrosinkinasehemmer sind die Ansprechraten nicht überzeugend. Zu der wirksamsten etablierten Chemotherapiekombination zur Behandlung fortgeschrittener Blasenkarzinome gehört M-VAC (Cisplatin oder Carboplatin, Doxurubicin, Methotrexat, Vinblastin). Gemcitabin/Cisplatin hat M-VAC als Standardbehandlung verdrängt wegen Wirkäquivalenz bei deutlich besserer Verträglichkeit. Die medianen Überlebensraten sind nach wie vor unbefriedigend (Tabelle 1).

 

Nebenwirkungen:

Cisplatin:  

Haarausfall, neurotoxische Störungen, autonome Neuropathie, Sehstörungen (Einzelfälle), Hörschäden, gastrointestinale Störungen, Leberschäden (selten), Enteritis, Hyperurikämie, Störungen der Spermatogenese

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